Hendiadyoin · Oxymoron · Pleonasmus · Tautologie · Zeugma

Stilfiguren


Hendiadyoin

Hendiadyoin, n., Hendiadys, n. (grch. eins durch zwei [ausdrücken]): (1) Bezeichnung eines Begriffs durch zwei einander ergänzende nebengeordnete Substantive oder Verben (Hab und Gut für (beweglichen und unbeweglichen) Besitz; Kind und Kegel für (eheliche und uneheliche) Nachkommen, Familie; Tag und Nacht für ständig; verraten und verkauft für ausgeliefert). (2) Ersetzen einer Verbindung aus Attribut und Substantiv durch zwei Substantive: in Eisen und Rüstung statt in eiserner Rüstung (für Harnisch).


Oxymoron

Oxymoron (Betonung auf dem y), n. (grch. scharfsinnig dumm im Sinne von beabsichtigt/anzüglich widersprüchlich): Verbindung zweier einander widersprechender Begriffe: weißer Rappe, alter Junge, beredtes Schweigen, Nobelherberge, nützlicher CrossPoint-Footer, einsichtiger d.a.n.a-Moderator, robustes ZConnect-Gate.


Pleonasmus

Pleonasmus, m. (grch. überflüssig vorhanden sein): Die Verwendung des Bezugsworts mit einem für es ohnehin charakteristischen Merkmal (im Unterschied zur Tautologie unterschiedlicher Wortart): weißer Schimmel, runder Kreis, neu renovieren, zusammenaddieren, tote Leiche, Zugtraktor, menschliches Versagen, vorprogrammieren, diametral entgegengesetzt. (Wobei es fachsprachlich nicht nur weiße Schimmel gibt, sondern auch Grauschimmel, (gefleckte) Apfelschimmel und weitere. Schimmel werden zudem dunkelhaarig geboren.)


Tautologie

Tautologie, f. (grch. [zweimal] dasselbe Wort [sagen]): (1) In der Logik: wenn etwas aus sich selbst erklärt wird (Zirkelschluß, eine Tautologie ist eine Sache, die tautologisch ist). (2) In der Stilistik: die Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter Wörter derselben Wortart (immer und ewig, einzig und allein, bereits schon).


Zeugma

Zeugma, n. (griechisch Joch, zu zeugnynai verbinden), Plural Zeugmata, Zeugmas: Verbindung mehrerer Ausdrücke unter Auslassung eines eigentlich notwendigen Satzgliedes, speziell sprachwidrig, etwa indem ein Verb in mehreren Bedeutungen benutzt wird oder ein Satzglied in verschiedenen Kasus gebraucht wird: Ich heiße Heinz Erhardt und Sie herzlich willkommen!, Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? (Schiller).


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