nf-Wörter · Genus eMail · Sinn machen · die meisten Wörter · Amtssprache · Budativ · deutsche Wörter in anderen Sprachen · Sprache/Dialekt · Eskimo · Gegenteil von hungrig · die nuller Jahre · Prozente/Prozentpunkte · Nichtmuttersprachler in de.etc.sprache.deutsch · Regular · Outlook-Express · Hausaufgabenhilfe · SPON (Vorsicht! Diese Seite enthält Humor für Eingeweihte. Wenn Sie nicht an de.etc.sprache.deutsch teilnehmen, werden sich Ihnen einige Anspielungen möglicherweise nicht erschließen. Verweise auf diese Seite sind — wie üblich — gerne gesehen, Zitate jedoch nicht, da dabei höchstwahrscheinlich der Zusammenhang verlorenginge und der Text somit mißverständlich würde.) Popcornf!In fast allen Diskussionsforen gibt es Dauerbrenner, die wieder und wieder hochkochen; de.etc.sprache.deutsch bildet da kaum eine Ausnahme: Speziell Neulinge und einige wenige Unbeirrbare neigen auch bei ersichtlich fruchtlosen Themen dazu, sich in die Wolle zu geraten. Bahnt sich ein entsprechender Disput an, machen es sich die Stammleser virtuell auf der Couch bequem und beobachten das Geschehen belustigt bis gelangweilt, während sie — wie im Kino — Popcorn in sich hineinstopfen. Ähnlich amüsiert werden Neulinge betrachtet, die auf Anhieb kein Fettnäpfchen auslassen, etwa wenn ein Schüler anonym in durchgängiger Kleinschreibung und bemitleidenswerter Orthographie barsch von den übrigen Forumsteilnehmern die Erledigung seiner Hausaufgaben fordert. In vielen Usenet-Newsgroups wird in solchen Situationen schlicht »Popcorn!« gerufen. Da die Frage nach den Wörtern auf -nf in de.etc.sprache.deutsch zu diesen Dauerbrennern gehört, prägte Thomas Bliesener die lokale Variante dieses Schlachtrufs: Popcornf! In Anlehnung daran wurde am 1. April 2006 eine neue FAQ-Sammlung dieses Namens in de.etc.sprache.deutsch veröffentlicht: die Popcornf. Viel Spaß beim Lesen! Path: babylon.pfm-mainz.de!rbabel From: rbabel at babylon dot pfm-mainz dot de (Ralph Babel) Newsgroups: de.etc.sprache.deutsch Subject: <2006-04-01> Popcornf Message-ID: <popcornf.20060401.vq23@message-id.pfm-mainz.de> Date: 1 Apr 2006 12:00 UT Expires: 31 Mar 2007 00:00 UT Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1 Content-Transfer-Encoding: 8bit willkommen in de.etc.sprache.deutsch, dem Usenet-Forum für Korinthenkacker, Wortklauber, Haarspalter und Erbsenzähler! Dies ist das … Potpourri …, kurz Popcornf, eine der unzähligen fruchtlosen Listen häufig gestellter Fragen (FAQs) dieser Newsgroup und Antworten darauf. Ignorieren Sie sie einfach, und machen Sie wie gewohnt weiter. Mit freundlichen Grüßen Thomas Bliesener & Ralph Babel Ich suche fünf Wörter mit nf.Anfang, einfach, konfus, Unfall, Zukunft. Nein, am Wortende!S-chanf. Nein, auf deutsch!BANF, die Bestellanforderung in SAP. Nein, keine Abkürzungen!Ranf — das ist ein Familienname. Namen gelten nicht!Ganf, das ist Rotwelsch für Ganove. Nee, auch keine komischen Dialekte! Ich dachte an so Wörter wie Senf, Hanf, Genf und fünf.Senf und Hanf sind lediglich moderne Verschleifungen der altehrwürdigen Wörter senaf und hanaf, wobei letzteres vermutlich sogar aus dem Skythischen oder aus dem Thrakischen entlehnt wurde; diese beiden gelten also nicht. Genf ist ein geographischer Eigenname — zählt also auch nicht. Und fünf ist eine Zahl und kein Wort; und wenn es ein Wort wäre, stammte es vom indogermanischen penkue ab. Es sind also keine deutschen Wörter auf -nf bekannt. Heißt es eigentlich die oder das eMail?der, weil es der Brief ist. Fremdwörter erhalten im Deutschen ausnahmslos das Genus des altehrwürdigen deutschen Äquivalents: der Box (wegen der Kasten), der Clown (der Klon), die Cola (die Nuß), der Cookie (der Kek), der Dschungel (der Urwald; Plural die Dschüngeler wegen die Wälder), die Event (die Veranstaltung), die File (die Feile), die Interface (die Schnittstelle), die Kautsch (die Kutsche), die Keyboard (die Klaviatur), das Konklave (das Klause), das Photographie (das Foto), das Quäntchen (das Quentchen), die Task (die Aufgabe), der Toolbar (der Schokoriegel), der Virus (der Schleim), die Zölibat (die Ehelosigkeit). Außerdem ist die richtige Schreibweise nicht eMail, sondern Emaille; siehe Bertelsmanns Neue deutsche Rechtschreibung, Ausgabe 1996, Seite 347, rechte Spalte. Ist das macht Sinn ein Anglizismus?Nicht wirklich. Hat Englisch mehr Wörter als Deutsch?Zwar hat das Englische mehr Sprecher, die sich ständig um neue Wortbildungen bemühen, aber das gleicht das Deutsche durch größeren Buchstabenvorrat (äöüß), Flexionsendungen und häufigeres Zusammenschreiben neuer Wortkombinationen locker aus. Lediglich rechtschreibreformiertes Deutsch aufgrund der verstärkten Getrenntschreibung sowie das Schweizerdeutsche aufgrund des fehlenden Eszett und der daraus resultierenden Wortdoppelbelegungen (Busse statt Buße; Masse statt Maße) bleiben dahinter zurück; das Berndeutsche kennt überhaupt keine zusammengesetzten Wörter. Wäre Deutsch nicht beinahe Weltamtssprache geworden?Nein, es sprach sich bei der jüngsten Abstimmung vor gut sechzig Jahren eine deutliche Mehrheit dagegen aus. Der BudativD_ deutsch_ Sprach_ rechnet man zu d_ flektierend_ Sprach_, da ihre Wört_ ständig in verschied__ Richtung_ gebeugt werden, wodurch das Erlern_ sehr erschwert wird. Der Budativ_2D_ deutsch_ Sprach_ rechnet man zu d_ flektierend_ Sprach_, da ihre Wört_ ständig in verschied__ Richtung_ gebeugt werden, wodurch das Erlern_ sehr erschwert wird. Der Budativ_3D_ deutsch_ Sprach_ rechnet man zu d_ flektierend_ Sprach_, da ihre Wört_ ständig in verschied__ Richtung_ gebeugt werden, wodurch das Erlern_ sehr erschwert wird. Der Budativ_4D_ deutsch_ Sprach_ rechnet man zu d_ flektierend_ Sprach_, da ihre Wört_ ständig in verschied__ Richtung_ gebeugt werden, wodurch das Erlern_ sehr erschwert wird. Welche deutschen Wörter gelangten in andere Sprachen?Kindergarten im Englischen kennt jeder, aber auch andere deutsche Wörter wurden von anderen Sprachgemeinschaften aufgegriffen, so etwa Tollpatsch (von toll und patschen), was als talpas ins Ungarische gelangte. Manche Wörter gehen dabei auf Rundreise: So stammt chic von sich schicken ab, woraus dann schick entstand, und Couch von den gepolsterten Sitzen der Kutsche, was dann wieder zu Kautsch wurde. Was ist eine Sprache, was ein Dialekt?Sprachen zeichnen sich durch gegenseitige Unverständlichkeit aus und besitzen ihr eigenes ISO-639-Kürzel, zum Beispiel hi (Hindi) und ur (Urdu), xh (Xhosa) und zu (Zulu), cs (Tschechisch) und sk (Slowakisch), ru (Russisch) und be (Weißrussisch) oder at (Österreichisch), by (Bairisch), ch (Schweizerisch), de (Deutsch), fr (Friesisch) und pl (Platt). Dialekte werden durch Anhängen eines ISO-3166-Kürzels gekennzeichnet, etwa de-tr für Kreuzbergisch und de´en für Werbisch. Heißt »Eskimo« »Fischfresser«? Ist das politisch korrekt?Nein, Eskimo ist nur in Österreich akzeptabel. In Deutschland sagt man besser Iglo. Unilever führt aber nicht nur Fisch, sondern auch Gemüse, Speiseeis und andere Tiefkühlwaren unter diesen Marken. Firmenpolitisch nicht mehr korrekt ist die rot-weiß-gestreifte Langnese-Markise; das muß jetzt ein herzförmiger Kringel sein. Kennt die deutsche Sprache wirklich kein Gegenteil zu hungrig?Das ist strittig. Einige behaupten, daß ein solches Wort überflüssig sei, da es einen solchen Zustand überhaupt nicht geben könne, denn der Körper sei ja ständig mit der Verarbeitung des Gegessenen beschäftigt, wodurch Platz für neues Essen geschaffen werde. Andere übertragen Adjektive für das Gegenteil von durstig — wie etwa gestillt, gelabt, abgefüllt oder das gängige sitt, das indogermanischen Ursprungs und in der Bedeutung nicht durstig seit dem 19. Jahrhundert in vielen klassischen Wörterbüchern verzeichnet ist. Im Lateinischen hatte es ursprünglich sowohl die Bedeutung durstig als auch nicht durstig (vergleichbar altus, das sowohl hoch als auch tief bedeuten kann); die Bedeutung nicht durstig ist jedoch verlorengegangen, nachdem sich das Urgermanische vom Urlateinischen abgespalten hat; es blieb nur noch das Substantiv sitis in der Bedeutung Durst übrig, das in einer Nebenbedeutung übrigens auch Heißhunger beschreiben kann, was die Übertragung des deutschen Worts auf das Gegenteil von hungrig rechtfertigt. Der Vorschlag des Gewinners eines Schülerwettbewerbs zum Gegenteil von hungrig, der vom Duden-Verlag und dem Negerkußhersteller Dickmann im Jahre 1999 veranstaltet wurde, lautete pappsatt; das Wort hat bisher keinen Eingang in Wörterbücher gefunden. Wann enden die nuller Jahre?Da es nur genau ein Jahr 0 gibt, nämlich zwischen den Jahren -1 und +1, braucht man ohnehin keinen Plural hiervon, so daß die Frage bedeutungslos ist. Das Jahr 0 endet natürlich mit Beginn des Jahres 1. Warum hört man, eine Partei habe »Prozentpunkte« hinzugewonnen statt korrekt »Prozente«?Das ist hier off-topic und gehört nach de.soc.politik.misc. Deutsch ist nicht meine Muttersprache. Ist d.e.s.d nur für Deutsche?Nein, es gibt viele Nichtmuttersprachler in diesem Forum: Franzosen, Bayern, Holländer, Luxemburger, Skandinavier, Österreicher, Liechtensteiner, Italiener, Polen und viele weitere mehr. Was ist ein Regular?Der Ausdruck leitet sich von span. regular (dt. gewöhnlich, mittelmäßig) ab und wird für Usenet-Teilnehmer verwendet, die gewöhnlich nur sehr mittelmäßige Beiträge verfassen. Warum sehen die Nachrichten hier so komisch aus? Manche sind komplett ohne Inhalt. Ich verwende übrigens Outlook-Express.de.etc.sprache.deutsch ist lediglich die Kopie eines Web-Forums, eine Art Spiegel, um auch Netzteilnehmern ohne Online-Zugang die Teilnahme an diesem Forum zu ermöglichen. Leider gehen bei der Umwandlung der Artikel über das Usenet-Gateway gelegentlich Informationen verloren. Besuchen Sie unser Forum daher am besten mit Ihrem Web-Browser an der Urquelle <URL:http://groups.google.de/group/de.etc.sprache.deutsch>. Wer hilft mir bei meinen Deutschhausaufgaben?Wenden Sie sich am besten an de.rec.buecher. Die Literaturexperten dort brennen buchstäblich darauf, auch kurzfristig längere individuell verfaßte Interpretationen klassischer und moderner Werke abzuliefern. Wofür steht »SPON«?»SPON« steht für SPellchecking Over the Network, ein Projekt, das versucht, die Erfolge im verteilten Rechnen (distributed computing) auf das dezentrale Redigieren von Artikeln zu übertragen, um im schnellebigen Nachrichtengeschäft bestehen zu können. Das derartige Markieren im »Subject« erleichtert den mitlesenden Redakteuren das Auffinden von Korrekturen. Als Gegenleistung für die Dienste der Forumsteilnehmer läßt Spiegel-Online Diskussionen aus de.etc.sprache.deutsch und FAQL-Einträge regelmäßig in der Rubrik Zwiebelfisch zusammenfassen und später dann bei Kiepenheuer & Witsch verlegen. Adresse dieser Seite: http://faql.de/popcornf.html | |
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