Abakus · Alias · Bonus · Labor · Modul · Motor/Monitor · Penny, Pennies, Pence und andere Währungsbezeichnungen · Rebus · Status und andere Wörter auf -us · Strauß · Uhu · Unbill, Unbilden · Wort, Worte, Wörter · Plural einer Abkürzung · generische Singulare und Plurale · Der Süden und die Umlaute · Andere Singulare, Plurale · Singularia-, Pluraliatantum (Wörter ohne Mehrzahl/Einzahl) Singular und Plural(Siehe auch den Abschnitt über das Genus.) Wie lautet der Plural von Abakus?
Ein Abakus ist ein Rechenbrett, oft mit Kugeln, die auf Stäben hin- und hergeschoben werden können. Das Wort kommt mit Umweg über das Lateinische aus dem Griechischen (abax, Genitiv abakos). In der Antike bezeichnete es auch ein Spielbrett sowie in der Architektur die Deckplatte auf dem Säulenkapitell. Der lateinische Plural von abacus ist abaci; das Wort fällt also unter die o-Deklination. Entsprechend verzeichnet Mackensen den deutschen Plural Abaki. Nach Wahrig und Duden lautet der Plural jedoch unverändert Abakus, als ob es zur u-Deklination gehörte. Lediglich im Duden Deutsches Universalwörterbuch wird ebenfalls Abaki genannt, neben Abakusse. Weitere Informationen zum Plural von Wörtern auf -us siehe auch unter Bonus, Rebus und Status. … der Plural von Alias?Beeinflußt vom englischen alias tritt Alias als Substantiv in jüngerer Zeit auch im Deutschen verstärkt auf. Es hat — wie sein englisches Vorbild — die Bedeutungen Pseudonym, Ersatz- oder Zweitname und wird in letzterer vor allem in der EDV gebraucht. In Wörterbüchern ist Alias bisher erst spärlich vertreten, etwa als der Alias in IBMs Glossar Fachausdrücke der Informationsverarbeitung; einen Plural nennt man dort jedoch nicht — anders als im Großen Fremdwörterduden, der die Alternativen die Alias und die Aliasse anbietet. Für die Duden-Redaktion und Ickler hingegen ist Alias ein Neutrum: das Alias. Nach Suchmaschinenstatistiken für Web und Usenet vom Juli 2005 liegt im tatsächlichen Gebrauch das Maskulinum leicht vor dem Neutrum (Verhältnis rund 3 zu 2), so daß beides als üblich und vertretbar angesehen werden kann. Beim Plural hingegen liegen die Aliase (mit nur einem s) rund bei der zehnfachen Häufigkeit des duden-konformen die Aliasse (mit Doppel-s). Dies mag einerseits von der englischen Schreibweise aliases beeinflußt sein, andererseits aber auch auf unterschiedliche Aussprache zurückgehen: Aliase anfangsbetont und mit langem a vor weichem s; Aliasse mit kurzem und im Vergleich stärker betontem a vor scharfem ss. Auch hier scheinen mir beide Formen vertretbar.
… der Plural von Bonus?Ein Bonus ist ein Gewinnanteil, eine Prämie, eine Vergütung oder ein Rabatt (vom lateinischen Wort für gut). Das Wort ist in dieser Bedeutung seit 1929 im Duden verzeichnet (10. Auflage). Obwohl bonus im Lateinischen der o-Deklination angehört, sind ursprünglich ausschließlich der Genitiv des Bonus mit dem Plural die Bonus (anders als bei Status nicht mit langem u) sowie des Bonusses und die Bonusse verzeichnet. Der lateinische Plural die Boni wurde erst spät aufgenommen: 1961 in die 15. Auflage des West-Dudens, 1980 in den sechsbändigen Wahrig und 2000 bei Ickler. In vielen anderen Wörterbüchern ist diese seit langem mit überwältigender Mehrheit gebrauchte Pluralform bis heute nicht verzeichnet. Weitere Informationen zum Plural von Wörtern auf -us siehe auch unter Abakus, Rebus und Status. … der Plural von Labor?Labor (mit Betonung auf der Endsilbe) erscheint 1941 (12. Auflage) erstmals — als Kurzform für Laboratorium — im Duden, und wenngleich im dortigen Eintrag nur der Plural Labore genannt wurde, so fand sich schon damals eine Fußnote, die auf die Mehrzahl Labors (Betonung ebenfalls auf der Endsilbe) für die Einzahl Labor bei Betonung auf der ersten Silbe nennt. Man unterschied also ähnlich wie heute noch beispielsweise Motor und Monitor. Der anfangsbetonte Singular ist primär im Süden des deutschen Sprachraums gängig. In der 14. Auflage Ost (1951) entfällt Labore kurzzeitig, und nur noch Labors wird genannt; die 15. Leipziger Auflage (1957) enthält jedoch wieder beide Plurale — ohne Unterscheidung nach der Betonung im Singular. Die Mannheimer Redaktion entscheidet sich schon mit der 14. Auflage West (1954) für die gleichberechtigte Aufnahme beider Pluralformen, ebenfalls ohne Unterscheidung nach der Betonung in der Einzahl. Nur wenige Wörterbücher legen sich auf nur einen der beiden Plurale fest; die Mehrheit, auch Wahrig, erkennen beide Formen an, was dem tatsächlichen Gebrauch zu entsprechen scheint — zumindest in Usenet und Web, wo Labore in der Häufigkeit nur knapp hinter Labors (ohne Genitive) rangiert. … der Plural von Motor und Monitor?Der Plural hängt von der Betonung im Singular ab:
Motore ist dabei eher fachsprachlich und wird deutlich seltener verwendet. Als Plural von Monitor wird entsprechend sowohl Monitore als auch Monitoren verwendet; hier ist im Nominativ Plural Monitore jedoch die übliche Form und Monitoren deutlich in der Minderzahl. Euro und Euros, Cent und Cents, Pence und Pennies
Es wird zwischen zwei Bedeutungen von Penny unterschieden: Der Plural zur Bezeichnung mehrerer Penny-Münzen lautet Pennies (in Reformwörterbüchern auch Pennys); bezieht man sich nicht auf eine konkrete Stückelung, sondern nur auf einen abstrakten Geldbetrag, Preis oder Wert (auch den einer einzelnen Münze), so lautet der Plural Pence. Das Deutsche differenziert in ähnlicher Weise: Der Lutscher kostete fünf Pfennig; sie bezahlte mit fünf Pfennigen. Für Euro und Cent gilt dasselbe: unverändert für abstrakte Beträge; Euros und Cents mit Plural-s für die Münzen. Wie bei vielen Fremdwörtern maskulinen Genus steht es einem auch beim Genitiv von Euro frei, ob man des Euro oder des Euros schreibt, gleichermaßen des Cent oder des Cents. Nicht für alle Währungen wird jedoch auf diese Weise zwischen Betrag und faßbarem Bargeld unterschieden: Andere Währungsbezeichnungen werden häufig gebeugt, solche auf -e immer: Drachmen, Kopeken, Kronen, Lire, Peseten, Rupien. Hier finden Sie weitere Informationen zur Positionierung der Währungsangabe vor oder nach dem Betrag. Der Plural von RebusEin Rebus ist eine besondere Art von Bilderrätsel. Das Wort geht auf den lateinischen Ablativ Plural von res (Ding) zurück und bedeutet von (den) Dingen. Das OED nennt zwei mögliche Ursprünge: non verbis sed rebus (die Darstellung eines Sachverhalts nicht durch Worte, sondern durch Dinge); de rebus quae geruntur (von Dingen, die sich ereignen; Titel einer satirischen Publikation in Frankreich). Die Belege des OED für Rebus im Englischen reichen bis ins Jahr 1605 zurück. Rebus wird sowohl als Maskulinum als auch als Neutrum gebraucht. Als Genitiv Singular ist in deutschen Wörterbüchern durchgängig des Rebus verzeichnet, als Plural Rebusse. Weitere Informationen zum Plural von Wörtern auf -us siehe auch unter Abakus, Bonus und Status. Der Plural von StatusDer Plural von Status lautet die Status oder die Statusse, keinesfalls jedoch Stati. Als Genitiv Singular nennen alle Wörterbücher einheitlich des Status, ohne Apostroph.
Zwar gibt es im Lateinischen eine große Gruppe an Nomina auf -us, die im Nominativ Plural auf -i enden (equus, equi; modus, modi; populus, populi; torus, tori); eine andere große Gruppe auf -us wird jedoch nicht nach diesem — o-Deklination genannten — Schema gebeugt, sondern fällt in die u-Deklination, deren Maskulina ihren Nominativ Plural auf -us (mit langem u) bilden. Dieser Gruppe gehört unter anderem status an, aber auch casus, lapsus, passus, sexus und usus. Eine dritte Gruppe auf -us bildet ihren Nominativ Plural wieder anders: genus, genera; opus, opera; tempus, tempora. Die Mannheimer Duden-Macher — und in ihrem Fahrwasser auch einige andere Wörterbuchredaktionen — markieren seit der 18. Auflage (1980) das u im Plural von Status als lang, wie im Lateinischen. In früheren Auflagen und vielen anderen Wörterbüchern, darunter der sechsbändige Wahrig, ist an dieser Stelle kein derartiger Aussprachehinweis zu finden, und tatsächlich scheint im Deutschen eine solche Aussprache mit langem u abseits altsprachlicher Gelehrtenkreise eher unüblich, wenngleich natürlich nicht falsch. Das von Status abgeleitete Wort Staat (mit dem vom Niederländischen beeinflußten Plural Staaten; früher auch Stäte) wurde ursprünglich auch im Sinne von Status gebraucht und war nicht auf die heutige gesellschaftliche Bedeutung eingeschränkt. Der Plural Statusse ist übrigens weniger progressiv, als es zunächst den Anschein haben mag: Für Sinus — ebenfalls der u-Deklination zugehörig — findet man den Plural Sinusse (neben Sinus) bereits in der 8. Auflage (1905) des Dudens, und Statusse ist belegt in der 10. bis zur 13. Auflage (1929 bis 1947) sowie in Lutz Mackensens Wörterbüchern. Weitere Informationen zum Plural von Wörtern auf -us siehe auch unter Abakus, Bonus und Rebus. Der Plural von StraußStrauß hat zwei Grundbedeutungen mit unterschiedlichen Pluralen: Die Mehrzahl des Vogels namens Strauß lautet Strauße; in den übrigen Bedeutungen (zum Beispiel ein Bündel Blumen oder in der Bedeutung Streit) lautet er Sträuße. Ungewohnt ist die Beugung der Kombination Vogel Strauß, weswegen hier Unsicherheit besteht, ob es nun Vogel Strauße oder Vögel Strauß sind. Für den Plural die Vögel Strauß spricht, daß man im Genitiv Singular zumeist den ersten Teil gebeugt findet: des Vogels Strauß, nicht des Vogel Straußes. Auch bei der Kombination eines Substantivs mit einem Namen (Kaiser Karl, der Berg Ararat) wird nur der erste Teil gebeugt. Der Plural von UhuDas Wort Uhu wird oft als Beispiel für ein urdeutsches Wort herangezogen, das seinen Plural auf »-s« bildet, eine Form, die sonst nur bei Fremdwörtern, Abkürzungen und Kurzwörtern gängig ist. Dabei ist Uhu kein sehr glückliches Beispiel für einen s-Plural, denn die Duden-Redaktion verzeichnete bis zur 11. Auflage (1934) den Plural Uhue; Uhus wurde als »österreichisch« gebrandmarkt (in früheren Auflagen auch mal als »minder gut«) und erst in der folgenden Auflage (1941) zur Hauptform. (Wie sich das mit der Pluralangabe »-[s]« in der Duden-Erstauflage verträgt, ist unklar.) Mit der 14. Auflage Ost wie West blieb dann nur noch Uhus. Damit lief man zwar lange der Sprachentwicklung hinterher (selbst im Grimm nannte man schon 1932 »uhus« die »heute herrschende pl.-form«), aber es macht Uhus — zumindest argumentativ — dennoch zu einem schlechten Beleg für einen urdeutschen s-Plural. Die Unbill und die UnbildenDie Unbill ist verwandt mit billig (im Sinne von angemessen, gerecht) und beschreibt etwas Ungerechtes oder ein Übel. Als Unbilden (Widrigkeiten) hingegen — mit dem noch im 19. Jahrhundert belegten Singular Unbild — bezeichnet man der ursprünglichen Wortbedeutung nach etwas, was nicht zum Vorbild taugt. Oft wird — entgegen dieser Herkünfte — Unbilden als Plural von Unbill angesehen, und tatsächlich könnten diese Wörter immerhin über einen Umweg verwandt sein, wird doch von Sprachforschern vorsichtig gemutmaßt, daß Bild eine Ableitung von bil (wie in billig und Unbill) sein könnte. Auch ein späterer direkter Einfluß von Unbill auf Unbild wird nicht ausgeschlossen. Der Plural von WortWort hat im Deutschen zwei Grundbedeutungen:
Ein Wort im zweiten Sinne besteht dabei zumeist aus mehreren Wörtern im ersten Sinne, doch das ist nicht zwingend: Auch einzelne Wörter können nicht nur im Sinne einer Vokabel gebraucht werden, sondern als Sinnträger. Im Singular fällt dies noch nicht auf: »Freiheit« ist ein großes Wort. Im Plural muß es dann jedoch Worte heißen, nicht Wörter: »Frieden« und »Freiheit« sind große Worte. Manchmal läßt sich nicht klar trennen, ob ein Einzelwort oder ein Sinnzusammenhang gemeint ist, und zu manchen Wörtern gibt es gar beide Plurale: So enthält ein Lexikon oder Index zwar klar Stichwörter, doch gehört zum Stichwort auf der Bühne, das den Einsatz eines Schauspielers bestimmt, oder zum Stichwort in der Bedeutung Gedächtnisstütze eher der Plural Stichworte. Die in der EDV gängigen Begriffe Datenwort, Langwort etc. sind keine Sinnträger, sondern schlichte Speichereinheiten. Ihr Plural lautet somit auf -wörter: Datenwörter, Langwörter (nicht Datenworte, Langworte). Soweit die Grundregeln, mit denen Sie nirgends anecken. Tatsächlich wird die Trennung zwischen diesen beiden Pluralen jedoch nicht gar so streng vollzogen wie oben beschrieben. In der Bedeutung des Einzelworts wird gelegentlich — ganz zum Schrecken einiger Präskriptivisten — der Plural Worte gebraucht. So findet sich beispielsweise auf Schecks der Aufdruck Betrag in Worten — womit die Angabe des Betrag in Buchstaben statt Ziffern gemeint ist. Zu den unterschiedlichen Pluralformen von Wort hier einige Auszüge aus dem Grimmschen Wörterbuch (um Quellen gekürzt):
Doch ist nicht nur — wie aus obigem Grimm-Zitat ersichtlich — oft Worte geläufig, wo nach der »Regel« eigentlich Wörter stehen sollte; im Falle des Plurals von Sprichwort — das ja typischerweise aus mehr als nur einem Einzelwort besteht — soll nach den gängigen Wörterbüchern nur Sprichwörter zulässig sein, nicht Sprichworte. Möglicherweise war hier die Pluralform bereits hinreichend gefestigt, bevor die Präskriptivisten die beiden Formen den beiden Bedeutungen zuordnen wollten. Plural und Beugung von AbkürzungenAbkürzungen werden uneinheitlich gebeugt. Folgende Leitlinien haben sich jedoch herausgebildet:
Bögen, Läger, Wägen: der Süden und die UmlauteIm Süden des deutschen Sprachraums wird der Plural einiger Wörter im Unterschied zur Standardsprache oft mit Umlaut gebildet: Bogen, Bögen; Erlaß, Erlässe; Kragen, Krägen; Lager, Läger; Pfropf, Pfröpfe; Wagen, Wägen. Läger statt Lager ist jedoch — speziell in der Kaufmannssprache — nur in der Bedeutung Warenlager gängig, nicht für Bettenlager oder Kugellager; in Österreich wird als Plural ausschließlich Lager gebraucht — auch in der Kaufmannssprache. Anders als die anderen Pluralformen mit Umlaut scheint Bögen auch außerhalb des Südens nicht unüblich. Die geographische Verteilung von Wagen und Wägen wurde für den Atlas zur deutschen Alltagssprache näher untersucht. Andere mehr oder weniger ungewöhnliche Singulare und Plurale
Diese Web-Seite kann und soll kein Ersatz für ein gutes Wörterbuch sein. Unklare und ungewöhnliche Fälle diskutieren wir aber oft und gerne im Usenet-Forum de.etc.sprache.deutsch. Wenn Sie sich für Sprache interessieren, dann schauen Sie doch mal vorbei! Singularia- und PluraliatantumEin Singularetantum (von lateinisch tantum (nur), also nur im Singular) ist ein Wort, zu dem kein Plural existiert oder ein solcher nur in eingeschränkten Bedeutungen möglich ist, speziell fachsprachlich für verschiedene Sorten eines Stoffs. Das sind in der Regel Eigennamen, Sammelbezeichnungen (Adel, Laub, Obst, Publikum, Vieh), Stoffbezeichnungen (Butter, Eis, Fleisch, Kakao, Milch, Rauch, Regen, Schnee, der Tau), viele Abstrakta (All, Armut, Dank, Desinteresse, Durst, Ernst, Gegenwart, Haß, Hast, Hetze, Hitze, Hunger, Kälte, Lärm, Liebe, Moral, Ruhe, Schutz, Treue, Überfluß, Wehmut, Wissen, Zorn) und substantivierte Verben (Brennen, Erstaunen). Ein Wort, zu dem kein Singular existiert oder in dieser Bedeutung gebräuchlich ist, nennt man Pluraletantum: Diäten, Eingeweide, Einkünfte, Ferien, Kosten, Leute, Memoiren, Mores, Spesen, Treber, Trester, Tropen, Umschweife, Unbilden. Dazu kommen manche geographische Eigennamen: Anden, Karpaten, Niederlande, Pyrenäen, USA. Es gibt Grenzfälle: So wird beispielsweise Diät auch schon in der Bedeutung Abgeordnetengehalt verwendet, und das Leut ist in einigen Dialekten erhalten geblieben. Adresse dieser Seite: http://faql.de/numerus.html | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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