Ersatz des Eszett · Eszett und die Rechtschreibhref="rechtschreibung.html#reform">reform · Eszett und die Schweiz · Herkunft des Eszett · Umlautsortierung · Umlauteingabe · daß oder das? · Doppel-s oder Eszett?

Eszett, Umlaute und deren Sortierung

Diese Web-Seiten lieber in neuer Rechtschreibung?


Ersatz des Eszett durch ss oder sz

Wie umschreibt man bei fehlenden deutschen Sonderzeichen das Eszett (das scharfe S)?

Durch ein nicht trennbares ss. (Mit der Reform wird ein solches Ersatz-ss trennbar: beis-sen trotz bei-ßen.) Stoßen dabei drei s aufeinander, darf keines ausgelassen werden: Fusssohle. »Schiesstand«, siehe das Foto, ist somit ein Rechtschreibfehler — oder ein Hinweis auf die zu erwartenden Gewinne.

Schießbude mit Leuchtreklame »Schiesstand«

Die Umschreibung durch SZ ist laut Prä-Reform-Duden nur bei völliger Großschreibung zulässig — und auch nur dann, wenn die Schreibweise mit SS zu Mißverständnissen führen könnte (klassische Beispiele: Busse und Buße, Masse und Maße). Es wird aber wohl niemand ernsthaft etwas gegen die Übertragung dieser Regel auf die normale Schreibweise (also auch ohne durchgängige Verwendung von Majuskeln) einwenden können, wenn dem Schreiber kein Eszett zur Verfügung steht und anderenfalls die Gefahr eines Mißverständnisses bestünde. Eine durchgängige Verwendung von sz für ß wird jedoch offensichtlich von den meisten abgelehnt. (SZ für ß war übrigens einmal bei Großschreibung die Regel, selbst wenn keine Verwechslung drohte.)

Für ß wird in großer Schrift SZ angewandt […]. Die Verwendung zweier Buchstaben für einen Laut ist nur ein Notbehelf, der aufhören muß, sobald ein geeigneter Druckbuchstabe für das große ß geschaffen ist.

(Duden, 1919)

Laut § 25 E3 der amtlichen Regelung steht bei der Verwendung von Großbuchstaben generell SS für ß; die Reform sieht in keinem Fall eine Umschreibung von Eszett durch sz oder SZ vor.

Im Jahre 2008 wurde der Unicode-Position 0x1E9E die Bedeutung »Großes Eszett« zugewiesen — primär für typographische Zwecke oder wenn unter besonderen Umständen die Wandlung in Großbuchstaben verlustfrei umkehrbar bleiben soll. Insbesondere bleibt die übliche Wandlung des (kleinen) Eszett in »SS« der empfohlene Normalfall, wie in der Norm betont wird.


Eszett und die Rechtschreibreform

(Grüße an forumdescollegiens.forumprod.com: Hier gibt's mehr Informationen zu Tschüß.)

Mit der Rechtschreibreform steht Eszett nur noch nach langem Vokal oder Diphthong; insbesondere schreibt man statt daß dann dass. Man spricht von der Heyseschen Schreibung — im Unterschied zur Adelungschen.

Die Heysesche Schreibung entspricht der von 1876 bis zur Rechtschreibvereinheitlichung von 1901 an österreichischen Schulen unterrichteten Schreibweise. Die Diskrepanz zwischen amtlichem Anspruch und tatsächlichem Gebrauch während dieses Zeitraums beschreibt Reinhard Markner in seinem Artikel Eine orthographische Legende (Kommentare hierzu).

Da Geschoß im Süden des deutschen Sprachgebiets mit langem o ausgesprochen wird (sowohl in der Bedeutung Projektil als auch in der Bedeutung Stockwerk), bringt die Reform hier zwei unterschiedliche Schreibweisen: Geschoß für Österreich und Geschoss überall sonst. Schon vor der Reform wurden in Österreich die gebeugten Formen mit Eszett geschrieben: des Geschoßes, die Geschoße usw. Ähnliches galt und gilt für Löß bzw. Löss. Das ÖWB geht in seiner 38. Auflage mit den Doppelformen Ruß/Russ sowie Spaß/Spass sogar über das Reformregelwerk hinaus. Die Duden-Redaktion nimmt sich seit der 22. Auflage des Dudens dieselbe Freiheit für die Maß/Mass.

Spässe, spassen usw. waren auch früher schon einmal im Duden verzeichnet, bis zur 8. Auflage (1905) noch gleichberechtigt (mit Fußnoten, daß die amtlichen Regelbücher von Preußen und Österreich nur die Form mit Eszett, also langem a, zulassen, während in Bayern und im Buchdrucker-Duden beide Formen akzeptiert werden), in der 9. Auflage (1915) dann nur noch als Fußnote für Bayern. Mit der 10. Auflage gab es nur noch Späße und spaßen; federführend für diese Auflage war Theodor Matthias, der sich in seinem eigenen Wörterbuch schon 1902 auf Späße festgelegt, beim Verb aber »bei kurzer Aussprache« noch spassen neben spaßen zugelassen hatte. Erst mit der 24. Duden-Auflage von 2006 kehren die Kurzformen mit Doppel-s in den Duden zurück, als österreichische Varianten.

Von der Reform nicht immer betroffen sind Eigennamen, so daß es bei der Schreibweise Litfaßsäule — die ihren Namen nicht ihrer Form, sondern Ernst Theodor Amandus Litfaß (1816–1874) verdankt — bleibt, ebenso Schüßlersalze (nach Wilhelm Heinrich Schüßler), Rußland jedoch zu Russland wird und Elsaß zu Elsass.

Auf der Seite zur Orthographie finden Sie genauere Regeln zur Eszett-Schreibung, vor und nach der Reform.


Eszett und die Schweiz

In der Schweiz wurde schon lange vor der Rechtschreibreform das Eszett durch ein trennbares ss ersetzt, auch nach langem Vokal und Diphthong. Verschwunden — wie oft behauptet — war es aber mitnichten, machte es sich doch dadurch bemerkbar, daß die sonst übliche Regel, wonach einer von drei gleichen Konsonanten vor einem Vokal ausfällt, für die aus einem Eszett und einem s entstandene Folge sss nicht galt; siehe das obige Beispiel Fusssohle. Mit Hilfe des Worts Sserir könnte man hier also einen Unterschied in der Behandlung dreier s konstruieren, der einem Schweizer nicht sofort einleuchten mag, aber es ist fraglich, ob die Drei-Konsonanten-Regel jemals für Fälle wie diesen gedacht war.

§ 25 E2 der amtlichen Rechtschreibregelung gesteht der Schweiz ihre langjährige Praxis zu, das Eszett generell durch ss zu ersetzen. Da außerdem die Rechtschreibreform von drei gleichen Konsonanten keinen mehr ausfallen läßt, führt dies nun nicht mehr zu der beschriebenen Inkonsistenz.


Herkunft des Eszett

Steht das Eszett für s+s (ſs) oder s+z (ſȥ)?

(Das jeweils erste s in den Klammern oben ist ein sogenanntes langes s, Unicode 0x017F, ſ.)

Darstellung des mittelhochdeutschen geschwänzten z im Grimm

Für eine Antwort muß zwischen dem sprachlichen/lautlichen und dem typographischen Aspekt unterschieden werden. Anhand von Frakturschriften ist leicht erkennbar, daß die übliche Eszett-Ligatur aus dem langen s und einem Zeichen, das wie ein geschwänztes z aussieht, entstand; aus jüngeren Schriften (auch denen Ihres Web-Browsers!) geht dies nicht notwendigerweise so deutlich hervor. Dieses geschwänzte z (ȥ, Unicode 0x0225, in früheren Fassungen dieser Seite durch 3 wiedergegeben) stellt dabei den stimmlosen Reibelaut /s/ dar, hervorgegangen durch die hochdeutsche Lautverschiebung aus dem germanischen /t/ nach Vokal (z. B. englisch water, neuhochdeutsch Wasser) und in der Aussprache dem heutigen Eszett nach langem Vokal näher als dem neuhochdeutschen z, das ja in der Regel /ts/ artikuliert wird. Dieser Laut wurde im Althochdeutschen auch durch z und zz, später auch durch sz schriftlich repräsentiert. Die moderne, beta-ähnliche Form des Eszett erhält man, wenn man das ȥ etwas nach oben verschiebt, so daß die beiden Zeichen oben eine durchgehende Linie bilden. (Das ȥ wird von vielen Browsern leider völlig untypisch als eine Art »z« mit Cedille dargestellt; zum Vergleich siehe den Ausschnitt aus dem Grimm.)

Nun wurden die verschiedenen S-Laute (etwa z und ȥ) aber nicht immer graphisch unterschieden, und es bildeten sich verschiedene Konventionen zu ihrer Darstellung heraus, nicht zuletzt weil die Lateinschrift zur Eszett-Ligatur der Fraktur keine Entsprechung kannte und im 19. Jahrhundert dann auch noch das lange s durch das runde abgelöst wurde. Der folgende Auszug aus dem Grimmschen Wörterbuch (Band 14, Spalten 1573 ff.; weitere Informationen finden sich auch in Band 1, Spalten LIX ff.) soll dies verdeutlichen helfen:

3) […] die gemination dieses alten s, jetzt im auslaute gewöhnlich sz geschrieben (vgl. unten 4), ist die folge schon im urgermanischen erfolgter assimilation aus vorgermanischem t und s oder t und t, in kusz, gen. kusses, rosz, gen. rosses, küssen, missen, esse, gewisz, gen. gewisses, in einer kleinen anzahl einheimischer wörter erhalten.

4) verwirrung ist in das verhältnis des in- und auslautenden s durch den eingriff eines alten hochdeutschen z-lautes gekommen, und zwar jener stufe desselben, die im in- und auslaute infolge der zweiten lautverschiebung an stelle eines alten einfachen t entstanden und von einer dem s ähnlichen, scharfen aussprache war. diesen laut bezeichnete die alte schrift schwankend und vielfach ungenau, oft nicht anders als die anders ausgesprochene stufe des z im anlaute und in- und auslautend, wenn sie an stelle eines tt getreten; oft hob sie ihn von der letzteren stufe des z wenigstens im in- und auslaute dadurch ab, dasz sie diese durch tz bezeichnete (heizen, hiez gegen sitz, witze, antlutze); den scharfen s-ähnlichen laut strebte man durch verdoppelung des z namentlich im inlaute nach kurzem vocale anzudeuten (waȥȥer, vermeȥȥen, wiȥȥen, besloȥȥen); der heutige in fachschriften durchgeführte zeichenunterschied zwischen z = tz und ȥ für den s-ähnlichen laut rührt erst von J. Grimm her. im ahd. hatte die übersetzung Isidors die verschiedene aussprache zu bezeichnen gestrebt, indem sie ȥ durch zs und zss, z auszer im anlaute durch tz gab. an diese bezeichnung knüpft das 14. jh. wieder an, wenn es die schreibung sz für ȥ aufbringt (als eines z, das wie s ausgesprochen werden soll), eine schreibung, die sich erhalten hat und woraus die spätere und heutige ligatur in der sog. deutschen schreib- und druckschrift mit dem namen es-zet entstanden ist. aber auch diese bezeichnung wurde nicht allgemein, da viele handschriften und spätere drucke für sz ein ungenaueres ss verwendeten. selbst einfaches s für jenes ȥ kam auf; schon im ahd. in einigen beispielen des auslautes, ein beweis, wie frühe die anfänge der geschilderten verwirrung zurückgehen; mehr im mhd., wo auch der inlaut ergriffen wird. die schreibung des einfachen s für ȥ zeugt für aufhebung des unterschiedes in der aussprache beider laute wenigstens für das gehör des schreibenden; diese aufhebung reicht in verschiedener weise weithin. zunächst gibt es im nhd. eine reihe von fällen, wo allgemein jenes alte ȥ in sanftes s übergetreten ist: ameise, mhd. ameiȥe, bims-stein, mhd. bimȥ, binse mhd. bineȥ, emsig mhd. emeȥic, emȥic, erbse, mhd. areweiȥ, ereweiȥ, feist, mhd. veiȥet, veiȥt, gemse, ahd. gamiȥa, mhd. gamȥ, kreis, kreisen, mhd. kreiȥ, kreiȥen, krebs mhd. krebeȥ, krebeȥe, los (sors), losen, mhd. lôȥ, lôȥen, mause, mausern, mhd. mûȥen, verweis, verweisen (tadeln), mhd. verwîȥ, verwîȥen; dazu in allen endungen des nom. acc. sing. des adjectivs und pronomens (gutes, böses, armes, solches, welches u. s. w., mhd. guoteȥ, boeseȥ, armeȥ, solheȥ, welcheȥ), und in den einsilbigen pronominal- und adverbialformen es, das, was, aus, mhd. , daȥ, waȥ, ûȥ; bis und das häufig geschriebene dies (neben diesz) haben mhd. bitz, ditz, aber auch schon biȥ, diȥ zur seite; von dem pronomen das unterscheiden wir, zum theil schon seit dem 16. jahrh., nur in der schreibung, nicht in der aussprache, die conjunction dasz, beide ahd. mhd. daȥ. schwankende schreibung herrschte bis auf die heutige zeit in worten wie blos und blosz, gries und griesz, älter auch klos und klosz, maas und maasz, schoos und schoosz, in denen allen sz als vertreter des mhd. ȥ berechtigt ist. abgesehen von diesem übergriffe des s in den ursprünglichen z-laut sind auch die verhältnisse sonst im in- und auslaute verworren. zunächst ist wol, was den inlaut betrifft, in der schrift einfaches echtes s von dem aus ȥ entstandenen unterschieden, nicht aber überall in der aussprache, und wie Gottsched für das erfassen des unterschieds ausdrücklich ein gutes ohr verlangt: das höret aber ein gutes ohr, wenn rasen und spaszen, blasen und straszen, reisen und reiszen, weisen und weiszen, losen und stoszen, hosen und groszen, gleich hintereinander gesprochen werden. deutsche sprachkunst (1762) 87, so fallen in Süd- und in groszen theilen von Mitteldeutschland worte wie reisen und reiszen, niesen und genieszen der aussprache nach thatsächlich ganz zusammen, so dasz gespottet werden kann:

wenn jemand schoosze reimt auf rose,
auf menschen wünschen, und in prose
und versen schillert, freunde, wiszt
dasz seine heimat Schwaben ist.

A. W. Schlegel in Wackernagels leseb.

ein altes echtes doppel-s (vgl. oben 3) kann nicht in der aussprache, und auch nicht in der schreibung mehr von einem aus ȥȥ entstandenen unterschieden werden, da nach einer langen periode des schwankens seit dem 18. jahrh. die schreibregel platz gegriffen hat, dasz, gleichgiltig welche abstammung das wort habe, im inlaute nach kurzem vocale ss, nach langem sz zu setzen sei: demnach fallen die entsprechenden laute in esse (ustrina) und er esse (edat), masse (massa) und dem fasse, missen (carere) und gebissen (morsus) zusammen. für den auslaut hat sich in allen fällen, in denen nicht einfaches s mit seinem weicheren, hier noch meist gehörten laute etymologisch berechtigt (oben 3) oder in denen es nicht später eingedrungen ist (vgl. vorher), sz ergeben, sowol nach kurzem als nach langem vocal, nicht nur als vertreter von mhd. ȥ (hasz, bisz, weisz, grosz, schusz, fusz u. s. w.), sondern auch in dem falle, wo echtes doppel-s in den auslaut tritt (kusz, rosz, misz-, gewisz), da ss am ende eines wortes nicht beliebt ist und einbürgerungsversuche neuerer sprachlehrer keinen erfolg gehabt haben. nur die nachsilbe -nis, dem mhd. -nusse, -nüsse, -nisse entsprechend, hat ihren auslaut vereinfacht, soweit nicht auch hier -nisz geschrieben wird; nach ihrem vorbilde sind heute behandelt kürbis, mhd. kürbeȥ und hornis, nebenform zu hornisse, mhd. hornuȥ, mit dem plur. kürbisse, hornissen. diese regelung der schreibung, die der abstammung keine, aber der aussprache doch meist rechnung trägt, hat sich seit dem 18. jahrh. an stelle früherer jahrhunderte lang dauernden wilden schreibgebrauches ergeben, der im in- und auslaute s, ss und sz oft regellos durcheinander warf. als nachzügler dieser regellosigkeit hat sich bis ins 18. jh. hinein die schreibung weis für weisz (scio) erhalten, während das im 16. und noch im 17. jahrh. viel gebrauchte mus für musz (debeo) früher untergegangen ist. eine noch jetzt wuchernde schreibung deszhalb, deszwegen, indesz, weszwegen statt deshalb, deswegen, indes, weswegen scheint der letzte rest des angeführten schreibgebrauchs zu sein.

5) schreib- und druckschrift brauchen für s zwei zeichen, ein langes für an- und inlaut, und ein rundes (schlusz-s) für den auslaut eines wortes oder einer silbe. die sogenannte lateinische oder rundschrift hat indes seit den ersten jahrzehnten dieses jahrhunderts, unter dem einflusz der französischen und englischen druckereien angefangen, das lange s zu gunsten des runden zu beseitigen; jetzt ist dieses runde s an jeglicher stelle des wortes so eingebürgert, dasz versuche, das alte verhältnis wieder herzustellen, völlig gescheitert sind. auch für den doppellaut und die ligatur sz (vgl. oben 4) setzt ein weitverbreiteter gebrauch in der rundschrift ss, wogegen in einer minderzahl von schriften ss und sz, die auflösung der ligatur, nach den regeln der heutigen rechtschreibung unterschieden angewendet werden.

Auch die Aussprache änderte sich: Das, wofür früher ȥ stand, näherte sich dem s; ȥȥ wurde weicher und fiel im Inlaut mit ss zusammen. Der aus dem germanischen /t/ hervorgegangene Laut /s/ wurde im Laufe der Zeit also durch unterschiedlichste Zeichenkombinationen dargestellt, und das Eszett — in Kombination mit dem vorangehenden Vokal — steht für verschiedene bzw. verschieden lange Laute (Fuß von ahd. fuoȥ, Kuß/Kuss von ahd. chus, Nuß/Nuss von ahd. nuȥ). Ihren Beitrag leistete auch die Vereinheitlichung der Rechtschreibung von 1901, die im Auslaut für die Auflösung ss selbst nach kurzem Vokal wieder Eszett verlangte (Adelungsche s-Schreibung).

Eine Besonderheit in dieser Hinsicht stellen manche Schriften des Sprachwissenschaftlers Daniel Sanders (1819–1897) dar, etwa sein Katechismus der Orthographie von 1873, in dem Sanders scheinbar der Adelungschen s-Schreibung folgt, sich bei genauerer Betrachtung aber zweier verschiedener Ligaturen bedient: der üblichen Eszett-Ligatur aus langem s und (geschwänztem) z; sowie einer ſs-Ligatur aus langem und kurzem s an denjenigen Stellen, wo nach Adelung Eszett und nach Heyse ſs stehen müßte. Diese ſs-Ligatur war im deutschsprachigen Raum jedoch bei Setzern als Letter nicht gängig, so daß in anderen seiner Werke auf die Einzellettern ausgewichen wurde. In Sanders' Orthographischem Wörterbuch von 1875 findet die ſs-Ligatur beispielsweise nur im eigentlichen Wörterverzeichnis Verwendung, nicht jedoch im Vorwort.

Abschließend noch ein Zitat aus dem Ost-Duden von 1985 (langes Fraktur-s durch ſ wiedergegeben):

Die Schreibform, die in der älteren handgeschriebenen lateinischen Schrift für ß üblich war, stellt eine Verbindung des langen ſ mit dem Schluß-s der deutschen Schrift dar. Das ſ ist also kein h der deutschen Schrift; ß ist daher nie als hs zu schreiben.

»Aber Tschichold sagt …!«

Siehe die Artikel von Bodo Möller und von Jürgen Große über Hans Peter Willberg, Max Bollwage und Jan Tschichold.


Sortierung von Umlauten

Wie werden Wörter mit Umlauten sortiert?

Umlaute werden als Variation des Grundbuchstabens alphabetisiert (ä wie a, ö wie o usw.; Süd wie Sud und daher vor Sudan; Rübe vor Rubel); bei sonst gleichlautenden Sortierbegriffen stehen sie hinter dem zugehörigen Grundbuchstaben (fallen vor fällen, Ode vor Öde).

In der Fassung vom April 1991 gestattet DIN 5007 für Namensverzeichnisse alternativ die Einordnung von Umlauten unter ihren Ersatzdarstellungen mit e (ä wie ae usw.; dies war im Vorgänger vom November 1962 noch der Normalfall). Das ist — insbesondere wenn man berücksichtigt, daß die Umlautpunkte trotz ihrer Herkunft ja nur ein diakritisches Zeichen unter vielen sind — natürlich wenig sinnvoll, weshalb erwartungsgemäß auch nur noch die Telekom in ihren Telefonbüchern und manche Adreßverlage in Adreßbüchern dieses Verfahren mit dem schwachen Argument verteidigen, man könne auf diese Weise Einträge, über deren Schreibweise man sich nicht im klaren sei (Müller oder Mueller?), leichter auffinden. Wohl wahr, aber nicht sehr konsequent, denn die Namen Maier, Mair, Majer, Mayer, Mayr, Meier und Meyer sind ja auch nicht alle an gemeinsamer Stelle aufgeführt. Ein Tropfen auf den heißen Stein auf Kosten der Konsequenz also. DIN 5007 weist darauf hin, daß im Rahmen einer internationalen Angleichung diese Sonderregelung in künftigen Fassungen möglicherweise entfernt werde.

Wörterbücher und Lexika sortieren Umlaute — wie zu Beginn beschrieben — primär wie den Grundbuchstaben. Das ist, gerade wenn neben Umlauten auch Buchstaben mit Akzenten vorkommen, wesentlich konsistenter und intuitiver. Nicht einig sind sich Duden und DIN 5007 über den sekundären Ordnungswert diakritischer Zeichen zueinander und den des Eszett zu ss: Duden ordnet beispielsweise Maße vor Masse, DIN 5007 umgekehrt.


Eingabe von Umlauten

Wie gibt man Umlaute und Eszett ohne deutsche Tastatur ein?

        Acorn-RiscOS,              MS-DOS,        
 Amiga  PC-Linux-KonsoleX11        WindowsWindows 
ÄAlt-k ALAlt-196        Compose " AAlt-142Alt-0196
ÖAlt-k OLAlt-214        Compose " OAlt-153Alt-0214
ÜAlt-k ULAlt-220        Compose " UAlt-154Alt-0220
äAlt-k aLAlt-228        Compose " aAlt-132Alt-0228
öAlt-k oLAlt-246        Compose " oAlt-148Alt-0246
üAlt-k uLAlt-252        Compose " uAlt-129Alt-0252
ßAlt-s  LAlt-223        Compose s sAlt-225Alt-0223

Spalten Acorn etc., MS-DOS und Windows: Alt-Taste drücken und gedrückt halten, Ziffern am Zehnerblock eingeben, Alt-Taste loslassen; Windows teils nur mit linker Alt-Taste.

Unter PC-Linux-Varianten von X11 wird als Compose-Taste typischerweise die rechte Ctrl/Strg-Taste verwendet, teils auch in Kombination mit Shift.

Sämtlichst typische Kombinationen; Alternativen existieren. Abweichungen durch ungewöhnliche Konfigurationen, Tastaturtabellen und Zeichensätze sind möglich.


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