Tips zur Teilnahme an de.etc.sprache.deutsch

In de.etc.sprache.deutsch geht es — gemessen am Netzmaßstab — vergleichsweise friedlich und zivilisiert zu, und die meisten Teilnehmer dort möchten auch, daß das so bleibt. Bevor Sie also dort hineinplatzen und Befremden erregen, lesen Sie doch bitte zunächst einmal diesen Text.

  • Nichts langweilt uns so sehr wie Themen, die wir schon mehrfach ausgiebig durchgekaut haben. Eine gemeinsame Wissensbasis ermöglicht deutlich interessantere Unterhaltungen: Nutzen Sie daher die Quellen auf faql.de — das Destillat unzähliger bisheriger Diskussionen —, und prüfen Sie anhand von Archiven wie Google, ob Ihr geplanter Beitrag nicht vielleicht eine alte Kamelle ist.

    In diesem Sinne wäre es auch nett, wenn Sie auf »X-No-Archive: yes« verzichteten und so spätere Teilnehmer von Ihren Artikeln profitieren ließen.

  • Wir lassen uns nicht gerne als Wörterbuch- oder Lexikonersatz mißbrauchen, schon gar nicht von Leuten, die sonst nichts zu dieser Gruppe beitragen. Auch für Ihre Hausaufgaben fühlen wir uns nicht zuständig.

    Wenn Sie uns dennoch nach Wortbedeutungen und Übersetzungen meinen befragen zu müssen, dann hauen Sie uns wenigstens nicht nur ein Wort um die Ohren, sondern geben Sie uns genug Kontext, um uns eine sinnvolle Antwort oder Diskussion zu ermöglichen.

    Bei Fragen zur Interpretation von Werken der Belletristik sind Sie in de.rec.buecher besser aufgehoben.

  • Seien Sie vorsichtig mit pauschalen Behauptungen, die Sie nicht verifiziert haben. Eine Aussage wie »Im Duden steht nichts über …« wird nicht selten anhand irgendeiner Auflage oder Ausgabe widerlegt werden.

  • Wenn Sie Fragen zum Wortgebrauch haben, etwa zum Genus einer Neubildung, dann erstellen Sie doch mit Hilfe von Suchmaschinen erst einmal eine Statistik. Das hat sich schon manches Mal als gute Basis für eine Diskussion erwiesen.

  • Die Mehrheit empfindet Smilies als Konservenlachen, das jeglichen Humor abtötet. Ein gelungener Witz braucht kein »Hier bitte schmunzeln!«-Warnlicht, und ein schlechter wird durch debiles Grinsen nicht lustiger. Es steht Ihnen natürlich frei, Ihrem Gesprächspartner zu verstehen zu geben, daß Sie ihn für unfähig halten, Ironie ohne expliziten Hinweis als solche zu erkennen.

    Die besten Autoren unseres Planeten kamen und kommen ohne Smilies aus. Wenn Sie Ihre sprachlichen Fähigkeiten geringer einschätzen, so vergessen Sie bitte dennoch nicht, daß die Dosis das Gift macht. Sie beenden ja auch nicht jeden Ihrer Sätze mit einem Ausrufezeichen, oder?

  • Keine Zitatorgien! Schmeißen Sie aus Ihrer Antwort auf einen Artikel, dem Follow-up, alles zuvor Geschriebene raus, was nicht direkt zum Verständnis Ihrer Antwort benötigt wird. Wenn man sich angesichts Ihres Artikels fragen muß, wer denn nun welchen Teil des Zitierten geschrieben hat, dann haben Sie zuviel zitiert. Schreiben Sie Ihren eigenen Text bitte unter den jeweiligen Absatz, auf den Sie sich beziehen.

  • Trimmen Sie bei Crosspostings die Liste der Newsgroups auf das relevante Minimum, und passen Sie nötigenfalls das »Followup-To:« an. Manche Newsserver leiten Artikel ab einer bestimmten Zahl an Newsgroups nicht mehr weiter. Weniger ist also oft mehr!

  • Lesen Sie Ihre Artikel vor dem Absenden Korrektur. Wie man schon aus dem Namen unserer Gruppe schließen mag, sind die meisten von uns an Sprache besonders interessiert und durch schludrigen Umgang mit ihr leichter aufzubringen als andere.

    Zwar mag das Einhalten üblicher Konventionen Ihnen, dem einen Schreiber, mehr Arbeit auferlegen, erleichtert aber den Tausenden von Lesern, Ihren Beitrag zu erfassen — wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Antwort steigt.

    Als Nichtmuttersprachler sollten Sie sich hiervon nicht entmutigen lassen: Bemühen wird honoriert, und Korrekturen an Ihrem Text sind zumeist als freundliche Hilfe gemeint.

  • Anonyme Beiträge sind von einer nicht zu vernachlässigenden Gruppe von Teilnehmern nicht gerne gesehen. Unser gewähltes Thema scheint nicht so heikel, als daß man sich nicht namentlich zu seinen Artikeln bekennen könnte. Auch erlaubt eine eineindeutige Kennung dem Leser oft ein schnelleres Sichten von Artikeln. Wählen Sie nötigenfalls ein unauffälliges Pseudonym wie beispielsweise »Anette Stegmann«. PGP-signierte Artikel wiederum scheinen übertrieben.

  • Verwenden Sie eine korrekte E-Mail-Adresse. Viele Teilnehmer bevorzugen private Kommunikation oder möchten vor einem etwaigen Einstieg in einen öffentlichen Disput zunächst klärende Rücksprache halten.

    Eine ungültige Adresse wie <nomail@invalid> mit einer gültigen Adresse in der »Reply-To:«-Zeile wird als legitimer Versuch angesehen, unerwünschte Werbe-Mail zu reduzieren. Bitte beachten Sie, daß die ehemals populäre Wegwerfadresse <me@privacy.net> vom Inhaber der Domain nicht mehr unterstützt wird.

  • Wenn sich ein Netzteilnehmer als so höflich erweist, Sie per Mail auf einen Ihnen unterlaufenen Fehler aufmerksam zu machen, anstatt Sie vor aller Welt bloßzustellen, dann zeigen Sie sich souverän genug, Ihren Irrtum öffentlich einzugestehen und Ihre Aussage richtigzustellen.

  • Mail gehört nicht in die News, jedenfalls nicht ohne Zustimmung des Verfassers. Sie werden ohnehin kaum beweisen können, daß eine Nachricht von dem verfaßt wurde, von dem zu stammen sie vorgibt, und in zivilisierten Rechtssystemen ist nicht derjenige zur Widerlegung verpflichtet, den Sie durch das Zitat bloßstellen wollen. Wenn Sie sich durch Mail belästigt fühlen, dann schlagen Sie den Rechtsweg ein, aber verschonen Sie bitte uns.

  • Konfigurieren Sie Ihren Newsreader richtig:

    • kein HTML.
    • keine Visitenkarten.
    • keine PGP-Signaturen im Body.
    • keine Binäranhänge, Programme, Grafiken, Microsoft-Word-Dateien.
    • Zeilenlänge maximal 76 Zeichen, besser kürzer.
    • korrekte Umlaute.

    Wenn Sie keine Umlaute eingeben können, dann verwenden Sie einfach die üblichen Umschreibungen: Ae, Oe, Ue, ae, oe, ue, ss für Ä, Ö, Ü, ä, ö, ü, ß. Bitte keine TeX- oder LaTeX-Umlaute!

    Microsoft-Windows-Anwender werden gebeten, proprietäre Ergänzungen zum Zeichensatz ISO-8859-1 zu vermeiden. Das sind insbesondere die deutschen Anführungszeichen (normale und halbe; in den meisten Schriften sind diese im Unterschied zum US-ASCII-Anführungszeichen gekrümmt), das Auslassungszeichen (drei Punkte) und der lange Gedankenstrich.

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Artikel dem entsprechen, dann posten Sie testweise in de.test (nicht in de.etc.sprache.deutsch), und fragen Sie einen »Alteingesessenen« per Mail, ob jener Testartikel akzeptabel ist. Weitere Informationen erhalten Sie in de.comm.software.newsreader.

  • Verkneifen Sie sich den Einsatz der Kodierung »quoted-printable« (sofern nicht technisch absolut unumgänglich), das Unlesbarmachen Ihres Beitrags für Outlook-Express-Anwender durch »begin«-Kindereien und andere »Erziehungsmaßnahmen«. Damit können Sie vielleicht bei den Netzsheriffs in de.admin punkten, nicht aber bei uns.

  • Aussagekräftige »Subject:«-Zeilen helfen Ihren potentiellen Lesern, die Fluten von Nachrichten besser zu überblicken. Manchen Teilnehmern tun Sie außerdem einen Gefallen, wenn Sie Umlaute und Eszett in der »Subject:«-Zeile vermeiden — so Ihr Thema es zuläßt.

  • Kritik an jemandes Orthographie ist meist nur dann gerechtfertigt, wenn dessen Krittelei an eines Dritten Orthographie selbst nicht tadellos war.

  • Vergrätzen Sie Nichtmuttersprachler nicht durch unangemessene Kritik an ihrem Deutsch. (Ist Ihr Dänisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch besser?) Wir schätzen den Beitrag, den sie beispielsweise bei der Ergründung der Etymologie vieler Begriffe und bei vergleichenden Sprachbetrachtungen leisten.

  • Wenn Sie einen Artikel als unpassend empfinden, dann vergrößern Sie den Schaden für die Gruppe nicht noch dadurch, daß Sie öffentlich darauf anspringen. Ignorieren Sie Störer ganz einfach, und weisen Sie Profilneurotiker, die meinen, Verursacher solcher Artikel vor aller Augen schulmeistern zu müssen, per Mail auf den bevorzugten Weg hin; ein besseres Mittel haben wir nicht.

    Sich in den News über Massenartikel (sogenannten »Spam«) zu echauffieren ist völlig witzlos; der Verursacher bekommt Ihre Reaktion üblicherweise nicht einmal mit. Wenn Sie meinen, jemanden bei seinem Provider anschwärzen zu müssen, dann tun Sie es einfach; Ihre stolze Vollzugsmeldung ist in den News aber fehl am Platze.

  • Änderungen an Ihrem Killfile sind für den Rest des Forums wenig interessant; ersparen Sie uns Ihr infantiles Geplonke. Auch Rufe nach Popcorn sind nicht merklich konstruktiver.

Diese Leitlinien sind weder verbindlich noch einklagbar — wie auch alle anderen Regeln, die Ihnen im Netz vorgehalten werden mögen. Sie sollen lediglich verdeutlichen, mit wieviel Gegenwind Sie bei welchem Verhalten rechnen müssen.

Niemand außer Ihrem Provider kann Sie davon abhalten, dagegen zu verstoßen, denn keiner sonst hat ein Anrecht darauf, daß Sie irgend etwas tun oder unterlassen — unbeschadet gesetzlicher Vorschriften, die natürlich auch im Netz Anwendung finden können.

Andererseits haben Sie auch kein Anrecht darauf, daß irgend jemand Ihre Ergüsse verbreitet, liest oder gar beantwortet. Aber je weniger Anlaß zu formaler Kritik Sie mit Ihrem Artikel bieten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand bereit ist, sich inhaltlich mit Ihrem Anliegen auseinanderzusetzen.

Und jetzt endlich: Willkommen in de.etc.sprache.deutsch!


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